Babys kommen für die Krippe auf Wartelisten

Die Kindertagesstätten in der Region können zu 75,3 Prozent Krippenplätze vorhalten. Schwangere melden ihr Kind noch vor der Geburt für einen Krippenplatz an. Denn hier gibt es lange Wartelisten. Ab 2013 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Krippenplatz.

Demmin „Für das kommende Jahr ist unsere Einrichtung im Krippenbereich schon bis September zu 100 Prozent ausgelastet“, sagt Silke Trunck von der IB-Kita „Südmauer“ in Demmin. Im Jahre 2010 wurde hier ein neuer Krippenbereich gebaut. Aber es gebe vom Landkreis auch immer wieder Sondergenehmigungen für zusätzliche Krippenplätze. „Wir kümmern uns auch intensiv um Fachkräfte. Drei Kolleginnen wurden jetzt eingestellt, die in unserer Einrichtung ihre Praxisausbildung und Prüfung gemacht haben“, sagt sie. Der Träger der Einrichtung, der Internationale Bund, lege besonderen Wert darauf, junge Erzieherinnen und Erzieher einzustellen. „Aber der Mangel an guten Fachkräften besteht. Das merkt man dann, wenn junge Kolleginnen selbst ins Erziehungsjahr gehen und wir Ersatz brauchen“, schätzt Silke Trunck ein.
Das Fachkräfteproblem bei Erziehern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bilde zur landesweiten Tendenz darum keine Ausnahme, erklärt Michaela Kosik vom Jugendamt des Landkreises am Regionalstandort Demmin. „Es besteht der Bedarf an Auszubildenden“, sagt sie.
Im Rahmen der Jugendhilfeplanung erfolge zudem derzeit eine Bedarfsermittlung zur Erweiterung der Kindertagesstätten und Krippen. Am Regionalstandort Demmin, speziell der Stadt Demmin und dem Bereich Amt Demmin-Land seien inzwischen zu 75,3 Prozent Krippenplätze vorhanden. Im Altkreis Demmin liegt diese Zahl bei 69,5 Prozent.
„In Zusammenarbeit mit der Jugendhilfeplanung werden bedarfsgerecht die Kapazitäten erweitert“, so Michaela Kosik. In diesem Jahr stehen insgesamt 83 325 Euro an Investitionsmittel am Regionalstandort Demmin zur Verfügung. Mit diesem Mittel sollen die Kapazität der Krippenplätze als auch die Bedingungen in den Einrichtungen verbessert werden.
„Der angezeigte Bedarf an Krippenplätzen in der Region schließt nicht alle Kinder im Alter von einem bis drei Jahren ein, da Eltern auch andere Betreuungsformen für ihr Kind, wie die Tagesmutter, wählen“, so die Mitarbeiterin des Jugendamtes. Ein gegebenenfalls ansteigender Bedarf an Krippenplätzen könne darum nur prognostisch geplant werden.



Bedarf noch nicht gedeckt

Wenn auch schon gut im Rennen, aber noch nicht im Ziel: Die Krippenplätze reichen im Landkreis noch nicht aus. Da muss noch einiges getan werden, um im kommenden Jahr wirklich jedem Kind so einen Platz zu ermöglichen. Wie es das Gesetz fordert. Denn fordern kann man viel, aber die Voraussetzungen sind noch nicht gegeben. Denn immer noch gibt es in den Kindertagesstätten in der Region, besonders in Demmin, lange Wartelisten für einen Krippenplatz. Ist eine Frau schwanger, muss sie schon daran denken, das noch Ungeborene schon für einen Platz in einer Kindereinrichtung anzumelden. Denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. So heißt es jedenfalls. Zum Glück gibt es für so eine Betreuung noch Alternativen. Denn die Tagesmütter bieten an, die Kleinen zu betreuen. Wenn aber hier auch alles schon belegt ist, hilft wohl nur noch eine Oma in der Familie, wenn man sie denn hat und diese nicht noch berufstätig ist. Also hat der Landkreis bis zum nächsten Jahr noch längst nicht seine Hausaufgaben gemacht. In diesem Jahr sollen noch über 80 000 Euro investiert werden, um die Kapazität zu erweitern. Bleibt dann nur noch zu hoffen, dass die Babys im nächsten Jahr auch gut betreut werden und Mama und Papa nach dem Erziehungsjahr wieder arbeiten können.

Von Gudrun Herzberg

Quelle: E-Mail des Elternbund M-V am 16.07.2012

Kontakt zur Autorin
g.herzberg@nordkurier.de

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