Lauter sprechen für 15000 Kinder

Plakat Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte

Plakat Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte

(Bericht von der Mitgliederversammlung des KitaErMSE am 08.11.2014)

Die Elternvertreter an den Kitas des Kreises haben sich am Wochenende in Neubrandenburg versammelt, um über aktuelle Sorgen wie die Vollverpflegung und die „elternfreie“ Entscheidungsfindung in der Politik.

Neubrandenburg. Das Unsichtbare soll sichtbar und das Ungehörte hörbar werden. Die Elternvertreter an den Kitas des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte haben sich am Wochenende zum dritten Mal getroffen. Diesmal durch den Vorstand des Kita-Elternrat im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (KitaErMSE) in die Neubrandenburger Kita „Maja und Willi“ gerufen, kamen etliche Eltern aus allen Teilen des Kreises zusammen. Denn während die Elternarbeit an Schulen seit Jahren stabil und sichtbar geregelt ist, regeln viele Kindertagesstätten die Elternmitbestimmung unterschiedlich und zumeist zum Nachteil der Eltern.

Im Verlauf des Treffen ist der bisherige ehrenamtliche Vorstand in seinem Amt bestätigt. Der alte und neue Vorsitzende Monty Schädel versicherte, dass der gemeinsame Elternrat sich weiterhin verstärkt in den Diskussionen mit Verwaltungen, Politik und Trägern zu Wort melden werde. Zudem plane der Vorstand in den Regionen des Landkreises verstärkt Informationsveranstaltungen zu den Möglichkeiten aktiver Elternarbeit anzubieten. Für den 26. November ist ein solches Treffen in Neustrelitz geplant. Weitere Interessierte Kita-Elternräte sollten sich zur Terminabstimmung beim Kita-Elternrat melden. Kontakte und Informationen sind auf der Homepage des Kita-Elternrates Mecklenburgische Seenplatte auf  www.kitaermse.de  zu finden.

In seinem Rechenschaftsbericht hat der Vorstand des Kita-Elternrates auf verschiedene Erfolge der Arbeit in den vergangenen zwei Jahren verwiesen. So sei es gelungen, die Elternvertretung für die Eltern von etwa 15000 Kindern in Krippen, Kindergärten, Horten und der Kindertagespflege des Kreises, bei den Einrichtungsträgern, der Kreisverwaltung und der Politik bekannt zu machen, teilweise gar zu etablieren. Ebenso hat der Kita-Elternrat als Stichwortgeber Entscheidungen auf der Ebene des Kreises, beispielsweise in der Diskussion um die Satzung zur Berechnung des pädagogischen Personals zum letzten Jahreswechsel, beeinflusst.

Mit welchen Schwierigkeiten hat der Elternrat zu kämpfen, auch im Gegensatz zu den weiterführenden Elternvertretungen in den Schulen? Gerade junge Eltern stecken oft in der Rushhour ihres Lebens. Sie müssen ihr neues Familienmitglied hegen und pflegen, ihr eigene Rolle als Eltern und ihre pädagogischen Ansichten noch finden, hinzu kommen Belastungen durch Beruf und entfernte Familie. Ehrenamtliche Arbeit, selbst wenn sie so sehr im Sinn der Kinder ist, steht dabei natürlich nicht ganz oben“, erklärt Monty Schädel verständnisvoll und wirbt um Unterstützung für die engagierten Mitglieder des kreisweiten Gremiums. Die Größe des Kreises ist für die Ehrenamtlichen eine Herausforderung selbst. So ist es den Vorstandsmitgliedern quasi unmöglich den direkten Kontakt zu Elternräten in Gemeinden in 80 oder 100 Kilometern Entfernung zu finden, wenn diese sich nicht direkt beim Kita-Elternrat melden. Nach Aussage von Monty Schädel kommt es aber immer noch zu häufig vor, dass, trotz der erzielten Verbesserungen in der Zusammenarbeit, über die Träger und Kitas per E-Mail verschickte Einladungen, nicht bei den Elternvertretern in den Einrichtungen ankommen.

Das komplette Fehlen von finanziellen Zuweisungen für die Vorstandsarbeit trägt darüber hinaus dazu bei, dass bereits so eine „Sozial“-Auswahl für das Engagement über die Gemeinde hinaus getroffen und Elternarbeit auf der Ebene des Kreises behindert wird. Während sich Verwaltungen und Träger ihre Arbeit aus den Mitteln des „System Kita“ bezahlen lassen, müssten Eltern zusätzlich zu ihren Kita-Beiträgen die Elternarbeit allein finanzieren. Auch würden immer noch Entscheidungen ohne die Hinzuziehung von legitimierten Elternvertreter gefällt, wenn Träger, Gemeinden und Kreis über Kita-Angelegenheiten entscheiden.

Vorsitzender des Kita-Elternrates Mecklenburgische Seenplatte Monty Schädel

Vorsitzender des Kita-Elternrates Mecklenburgische Seenplatte Monty Schädel

Wenig hilfreich sei es, so Schädel, in solchen Zusammenhängen die Argumentation von leeren Kassen im Land, dem Kreis und den Kommunen zu bemühen. Da es im „System Kita“ nicht um leblose Gegenstände gehe sondern um die Zukunft „unserer Kinder“, sollten diese auch immer im Mittelpunkt der Lösungen stehen. Schädel betonte: „Wir werden energisch dafür streiten, dass die gesetzlich vorgeschriebene Partnerschaft von Verwaltung, pädagogischem Personal und Eltern in der Kita nicht darin endet, dass Eltern regelmäßig nur noch die fiskalischen Entscheidungen von Verhandlungen der Kreisverwaltung und der Träger zu akzeptieren und mehr zu zahlen hätten.“

Wenn dieses, wie jüngst in den Diskussionen um die Verpflegung in den Kitas, häufig die Verfahrensweise sei, fühlten Eltern sich nicht nur ungerechtfertigt zur Kasse gebeten, sondern auch ihre Kinder in Gefahr. „So ein Gefühl sollte in Kitas nicht einmal Ansatzweise zu verspüren sein.“ erklärte der KitaErMSE-Vorsitzende. „In einem System, in dem wir unser Wertvollstes, unsere Kinder, anderen Menschen anvertrauen, wollen wir uns gleichberechtigt und nicht über den Tisch gezogen fühlen. Wir wollen vor Entscheidungen, zum Zeitraum vom Planungen und Verhandlungen, mindestens gleichberechtigt einbezogen werden.“

Der Kita-Elternrat erwartet, so Schädel, dass „Partnerschaft“ nicht nur im Gesetz (KiföG) steht, sondern endlich überall auch Realität wird. Die positiven Entwicklungen und Beispiele in einigen Kitas dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass Eltern zwar mehr als ein Drittel der Gesamtkosten tragen, den wichtigsten Teil, ihre Kinder, zum „System“ beitragen und auch gern zur Organisation von Festen und zum Kuchenbacken in den Kitas eingeladen werden, aber bei Planungen und Entscheidungen über Investitionen, den Leistungs- und Endgeltvereinbarungen, die Essensversorgung, pädagogische Konzeptionen außen vor bleiben oder lediglich Ergebnisse präsentiert bekommen.

Für die unkomplizierte Unterstützung bei der Vorbereitung der Mitgliederversammlung dankt der Vorstand des KitaErMSE dem Behindertenverband Neubrandenburg, der Kita „Maja und Willi“ und der AWO-Müritz.

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PDF des Berichtes zur Mitgliederversammlung vom 08.11.2014

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