Unsere Kinder sind keine Betonklötze!

Kita-Essen nicht nur zu Ritterfesten !?

Zur geplanten Umstellung der Vollverpflegung als integraler Bestandteil des Leistungsangebotes in den Kindertagesstätten M-V nach dem KiföG § 10 (1a) ab dem 1. Januar 2015, erklärt der Vorsitzende des Kita-Elternrates im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (KitaErMSE) Monty Schädel:

Hier werden Bausteine auf den letzten Drücker hin- und hergeschoben! Warum Ergebnisse bei der Umsetzung des KiföG an vielen Stellen sieben Wochen vorher noch nicht zu sehen sind, erschließt sich dem Kita-Elternrat nicht. Mehr als ein Jahr nach der letzten Novellierung des KiföG und einer entsprechenden Übergangsregelung wird wenige Wochen vor dem Termin, an den Eltern vorbei, darüber diskutiert, dass mit der Umsetzung des Gesetzes höhere Kosten verbunden sind. Fehlende Durchführungsbestimmungen vom Land und fehlende Vereinbarungen von der Liga der Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege mit den kommunalen Spitzenverbänden, bieten der Interpretation des Gesetzestextes Tür und Tor. Jeder versucht die Kosten auf die anderen abzuwälzen, als ob es nicht um „unsere Kinder“ gehen würde, sondern darum, Betonklötze irgendwohin zu stapeln. Die Eltern, die letzten in der Reihe, werden es schon in Verantwortung für ihre Kinder zahlen. Und wenn nicht, müssen sie es per Bescheid.

Wenn der Gesetzgeber eine Anforderung in das Gesetz aufnimmt und es dazu als Wohltat anpreist, hat er auch dafür zu sorgen, dass die Kosten getragen werden und die Umsetzung geregelt ist. Die kommunalen Träger der Jugendhilfe haben im Rahmen ihrer Fachaufsicht dazu die Bedingungen zu schaffen, dass das Gesetz so umgesetzt werden kann, dass in den Einrichtungen der Bildungs- und Erziehungsauftrag ausgefüllt werden kann. Unfassbar ist, dass sich die kommunalen Ebenen ebenso wie das Land auf dem Rücken der Kinder zu Lasten der Eltern aus ihrer Verantwortung stehlen und den Trägern die Überbringung der Nachricht höherer Beiträge überlässt.

Nach unserem Überblick sind die wenigsten Leistungsvereinbarungen zwischen den Kita-Trägern, dem Landreis und den Kommunen dahingehend geändert worden, dass die Träger ab dem 1. Januar 2015 mehr Leistungen zu erbringen haben. In vielen Kitas drohen nach dem Jahreswechsel rechtswidrige Verhältnisse.

Der Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte fordert alle Beteiligten im Sozialministerium, im Landratsamt und bei den Trägern dringend auf, diese rechtliche Unsicherheit zu beenden und Klarheit über die Versorgung unserer Kinder in den Einrichtungen und die Bezahlung dafür herzustellen. Dazu gehört es, die Eltern in die Entscheidungen einzubeziehen und nicht nur mit Ergebnissen zu konfrontieren. Es kann doch nicht sein, dass mit unseren Kindern umgegangen wird, als seien sie selbst die Fröbelsteine, mit denen sie in der Kita lernen!

PDF zum Ausdrucken

Weitere Hintergrundinformationen:

Antwort des Landkreises MSE zur Umsetzung des Vollverpflegung KiföG auf Fragen der Fraktion Die Linke im Kreistag, AZ LR II_12_2014

Hinweise des Sozialministerums zur Vollverpflegung nach dem KifoeG vom 20-10-2014

Antwort der Landesregierung zur Umsetzung der Vollverpflegung auf Fragen von MdL Jacqueline Bernhardt auf Drucksache 6-3327

Information des Landkreises MSE zu den Verpflegungskosten an die Träger im Lk MSE vom 26.08.2014

Umfrage des KitaErMSE zur Versorgungssituation in den Kitas – Bitte beteiligen Sie sich, damit unser Überblick vollständiger wird

Kindertagesförderungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern (KiföG M-V) in der Fassung des Vierten Änderungsgesetzes gültig ab 01.08.2013 in der Lesefassung vom 12.08.13

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s