Sind unsere Kinder es nicht wert?

Mit Entsetzen nimmt der Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte die gestrige Entscheidung der Stadtvertretung Waren (Müritz) zu Kenntnis, nach der die Stadtvertreter mehrheitlich die Aufnahme von Krediten für eine Schulneubauvariante des Bürgermeisters quasi alternativlos abgelehnt haben.

Während unsere Kinder seit Jahren in Schulgebäude mit einem Brandschutz unter Ausnahmeregelungen und entgegen gesetzlicher Standards in viel zu kleinen Klassenräumen beschult werden, verweisen die ablehnenden Fraktionen aus CDU und FDP/MUG auf ominöse Möglichkeiten, die sich vielleicht in 10 oder 15 Jahren ergeben könnten.“ wundert sich Monty Schädel, Vorsitzender des KitaErMSE. „Mit so einer Politik wird eine ganze Generation von Kindern benachteiligt, ausgegrenzt und gefährdet. Die Kinder, die heute die Schule besuchen, werden darauf vertröstet, dass für ihre Kinder vielleicht in 10 bis 15 Jahren eventuell eine bessere Schule möglich sein könnte.“

Der KitaErMSE erwartet von den Parteien in der Stadt, im Kreis und im Land, dass sie sich jetzt um die Fragen der Kinder von heute kümmern und den Zustand der Provisorien in den Schulen in Waren-West endlich beenden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder in Waren-West weiter unter widrigen Bedingungen ihre Schulzeit verbringen müssen, weil der Politik erst heute auffällt, dass die Ausnahmeregelungen für den Brandschutz ausgelaufen sind, die Schule nach 50 Jahren Bestand den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen und die Ausgrenzung von Menschen mit Besonderheiten nicht mehr zeitgemäß ist. Die jetzt alternativ in Erwägung gezogenen Maßnahmen zur Ausbesserung der Brandschutzmängel und der tröpfchenweisen Investition in Heizung sowie Datennetze sind völlig unzureichend und werden den Anforderungen an eine ordentliche zukunftsorientierte Schule nicht gerecht.

Monty Schädel: „Die Betrachtung der Schulentwicklung in Waren-West allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, wie es die Vertreter von CDU, MUG und FDP betonen, ist völlig absurd. Abgesehen davon, dass es um die Entwicklung oder den Abstieg eines Wohngebietes geht, geht es vor allem um die Gestaltung des Lebens und die Bewusstseinsbildung einer ganzen Generation. Währen die Stadtvertreter bereits die letzten 15-20 Jahre lediglich ausgebessert und auf Ausnahmeregelungen gesetzt haben, soll jetzt eine weitere Generation unter diesen Bedingungen aufwachsen. So wird einer ganzen heranwachsenden Genration jungen Menschen deutlich gemacht, was sie der Politik wert sind. Wer wundert sich dann noch über Abwanderung, Fachkräftemangel und Resignation im ländlichen Bereich?“

In einem Offenen Brief an die Eltern der betroffenen Kitas fordert Schädel dazu auf, sich jetzt gemeinsam mit den Elternräten der Grundschule Käthe-Kollwitz, der Regionalschule Waren-West und des Hortzentrums Waren-West gegen diese Politik der Ausgrenzung und Benachteiligung ihrer Kinder zu positionieren und zu wehren.

Pressemitteilung und Offener Brief zur Schulentwicklung in Waren-West vom 14.03.2019

Beitrag der Müritz-Zeitung zur Beratung der Stadtvertretung Waren (Müritz), hier
Beitrag bei „Wir-sind Müritzer“ zur Beratung der Stadtvertretung Waren (Müritz), hier

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