Änderung des KiföG M-V 2017

Nach Jahren des Personalmangels in den Kitas des Landes und im Ergebnis der Landtagswahlen 2016 will die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen der SPD und CDU das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) ändern. Schwerpunkt dabei liegt auf der Installierung eines neuen Ausbildungsgangs für Erzieherinnen und Erzieher von 0 bis 10 Jahren als „praxisintegrierte Ausbildung“, die Erweiterung des Fachkräftekataloges – bis zum August 2017 – und die Einführungeiner weiteren Elternentlastung – bis 2018. Hier einige (unvollständige) Fakten und Stellungnahmen vom KitaErMSE dazu.

Unseren Aufruf an den Landtag – Jetzt unterzeichnen!

Unsere Petition an den Landtag – Jetzt unterzeichnen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Milchmädchenrechnung

Mit dem Beschluss des Sozialausschusses des Landtages zur Änderung des KiföG sind die Koalitionäre der SPD und CDU nach Ansicht des Kita-Elternrat Mecklenburgische Seeplatte (KitaErMSE) einer „Milchmädchenrechnung“ aufgesessen. „Bei der Behebung des Fachkräftemangels in den Kitas geht es nicht darum, dass man Auszubildende in die Kitas bringt und diese in den Fachkraft-Kind-Schlüssel einrechnet oder Berufsgruppen ohne frühkindliche Ausbildung als Fachkräfte umdefiniert, sondern dass elementarpädagogische ausgebildete Fachkräfte zusätzlich in die Kitas kommen. Im Ergebnis der geplanten Gesetzesänderung werden lediglich mehr Erwachsene in Kitas wirken aber nicht mehr Fachkräfte mit einschlägigen elementarpädagogischer Ausbildung. Der Bildungsschlüssel wird allein rechnerisch ‚verbessert‘. Bildungsansprüche können aber nur mit dafür qualifizierten Personal umgesetzt werden. Kitas ohne ausreichende Finanzierung, können die Bildungsansprüche des KiföG nicht umsetzen.“ (unsere Erklärung dazu weiterlesen)

 

Nordkurier vom 22.06.2017

Nachdem die CDU-Fraktionen noch in der letzten Woche die Gespräche zur KiföG-Änderung ausgesetzt hatte, haben die Beauftragten von SPD und CDU dann diese Woche wieder zusammen gesessen. Das Ergebis im Nordkurier-Bericht vom 22.06.2017.

SPD-Fraktion im Landtag M-V vom 22.06.2017

Unsere Kritik dazu bleibt weitestgehend bestehen, denn nach der „Einigung“ gibt es wohl einige Änderungen zum bisherigen Gesetzentwurf aber weiterhin wird auf Kosten von Bildung und Betreuung unserer Kinder der Betreuungsschlüssel nur rechnerisch hingemogelt.

  • Auszubildende haben nichts als Fachkräfte im Betreuungsschlüssel die unsere Kinder betreuen zu suchen – auch nicht anteilig!
  • Die wissenschaftliche Begleitung der Mentor_innentätigkeit sagt nichts dazu aus, wie denn die zusätzlichen Aufgaben durch die Mentor_innen in der Praxis stattfinden soll!
  • Die Öffnung des Fachkräftekataloges bringt zwar mehr Erwachsene aber nicht mehr Qualität in die Kitas. Der reale Fachkräftebedarf wird so nur umfahren.

 

 

Das Sozialministerium verbreitet dazu dann die passende Erfolgsmeldung unter der Überschrift: Bemerkenswert gute Anmeldezahlen für neue Kita-Ausbildung (Link zum Ministerium)

Die SVZ berichtet am 19.06.2017 über einge Schwierigkeiten die neue geplante Kita-Ausbildung zu installieren. Verschiedene Träger lehnten ab, andere warten wegen Unklarheiten noch ab. Hier zum SVZ-Artikel „Kita-Ausbildung mit Stolpersteinen“

Beitrag in der Müritz-Zeitung vom 15.06.2017 mit Bezug auf unsere Pressemitteilung

Der KitaErMSE wurde – obwohl zu dem Zeitpunkt der Einberufung der Anhörung der einzige Kita-Elternrat in einem Landkreis in M-V – leider nicht zu der Anhörung befragt oder eingeladen. Der Vorstand des KitaErMSE beriet am 10.06.2017 die gplanten Änderungen und lehnt sie in der geplanten Form ab.

Unsere Pressemitteilung nach der Vorstandssitzung verbreiteten wir unter der Überschrift: „Landesregierung will mit KiföG-Novelle Betreuungsschlüssel hinschummeln“.

Mit erklärend-fragenden Schreiben wendeten wir uns an die Fraktionen der SPD, der CDU und der Linken und forderten „Der Entwurf von SPD und CDU kann so auf gar keinen Fall verabschiedet werden.“

Stellungnahme des KitaErMSE zum Entwurf der KiföG Novellierung wie wir sie an die Fraktionen der SPD, der CDU und der Linke verschickt haben.

Stellungnahmen zur Anhörung im Sozialausschuss des Landtages Mecklenburg-Vorpommern am 10.Mai.2017:

 

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