Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte unterstützt AWO-Müritz-Eltern

Kurzmitteilung

Versammlung der Elternräte der AWO-Müritz

Der Kita-Elternrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte (KitaErMSE) lädt für Montag den 10. Dezember 2018 die Elternräte aller 16 Einrichtungen der AWO-Müritz nach Waren in die Geschäftsstelle der AWO-Müritz ein. Nachdem der KitaErMSE von Elternräten mehrerer betroffener Einrichtungen um Hilfe und Unterstützung gebeten worden war, soll jetzt auf der Versammlung mit den Elternräten der Einrichtungen gemeinsam darüber diskutiert werden, wie sie auf die von der AWO-Geschäftsführung angekündigten zukünftigen Schliesszeiten und Beitragerhöhungen reagieren können und wollen.

Nach Ansicht des Vorsitzendes des KitaErMSE Monty Schädel sind die Emotionen bei den Eltern durch einen entsprechenden Aushang des Geschäftsführers der AWO-Müritz Stephan Arnstadt in der letztenWoche in den Kitas hochgekocht. „Viele Eltern fühlen sich von der Ankündigung der Schliesszeiten einfach überrumpelt. Sie hatten ihre Kinder auch deshalb in eine Kita der AWO-Müritz angemeldet, weil die AWO bisher immer auf Schliesszeiten verzichtet hatte.“

In den Verhandlungen mit dem Landkreis über die künftigen Anteile des Landkreises und Landes zur Finanzierung der Kitas wird die Einführung der Schliesszeiten jetzt allerdings von diesen gefordert, um Kosten beim Personaleinsatz zu sparen. Das setzt die AWO-Müritz – bei all den anderen bekannten Problemen – weiter unter Druck. Die Berechnungen des Landkreises beruhen dabei auf Grundlagen, die der Landkreis weder dem Träger noch anderen gegenüber öffentlich macht und richtet sich nach einer Handreichung des Sozialministeriums aus dem Jahre 2004, mit den Vergleichszahlen von 2004. Ein Auskunftsersuchen des KitaErMSE nach dem Informationsfreiheitsgesetz auf die Herausgabe der verwendeten Berechnungsgrundlage für die Berechnung des Personals in den Kitas im Landkreis MSE wird seit Juni diesen Jahres im Jugendamt hin und her geschoben ohne konkret beantwortet zu werden.

„Bei vielem“ so Schädel, “was man der AWO-Müritz vorwerfen kann, sind sie an der aktuellen Situation nur bedingt schuldig. Ganz klar, und das hat Herr Arnstadt uns gegenüber bedauernd zum Ausdruck gebracht, gab es wieder einmal ein Kommunikationsproblem der AWO gegenüber den Eltern. Es ist allerdings das Land, das seit Jahren das System Kita nicht ausreichend finanziert und es ist der Kreis, der Personalberechnungen zugrunden legt, die das Mindestmaß qualitativ guter Arbeit in den Kitas weit unterschreiten. Und weil der Kreis das weiß, weigert er sich, diese Berechnungen öffentlich zu machen, verweist stattdessen auf allgemeine Papiere.“

Nach einer ersten Verständigung mit dem Elternrat der Kita „Spielhaus Kunterbunt“ in Waren unter Beteiligung des KitaErMSE am Donnerstagabend, will die AWO-Müritz mit den Elternräten nunmehr in eine aktive Kommunikation eintreten. So war es für Stephan Arnstadt selbstverständlich, dass der Versammlungsraum in der Warener Geschäftsstelle für die Versammlung der Elternräte auch dann zur Verfügung gestellt wird, wenn niemand aus der Geschäftsführung an der Versammlung teilnehmen wird. „Unser Eindruck nach dem Gespräch mit Herrn Arnstadt ist der, dass der AWO-Müritz nicht nur an einer schnellen Auflösung der emotional gespannten Lage gelegen ist, um den Betrieb in den Einrichtungen in hoher Qualität fortsetzen zu können, sondern dass sie daneben mit den Verhandlungen auch erreichen wollen, dass die Erzieherinnen und Erzieher angemessen entlohnt werden können. Damit sind die Zielvorgaben der Eltern wie auch der AWO-Müritz in der Theorie nahezu identisch.“ erklärte Schädel.

Zielrichtung des Protestes der Eltern nach der Versammlung wird deshalb voraussichtlich auch nicht vordergründig die AWO-Müritz sondern vor allem der Landkreis und das Land sein. Durch deren finanziellen Druck und die strukturelle Unterfinanzierung des Kitasystems, werden Kita-Träger wie die AWO in Situationen gebracht, so dass sie zwischen qualitativer Arbeit, personellem Einsatz sowie Öffnungszeiten wählen müssen.

Vor dem Hintergrund der Verabschiedung des neuen Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG) in der kommenden Woche im Landtag und der damit von der Landesregierung propagierten Elternentlastung, kommt diese Diskussion in den Kitas der AWO-Müritz zum richtigen Zeitpunkt, um auf die gravierenden Fehler im Kitasystem M-V hinzuweisen. KitaErMSE-Vorsitzende Schädel: „Wer nicht absichern kann, dass die Kita auch das ganz Jahr zu den für Eltern notwendigen Zeiten geöffnet ist, braucht uns nichts von Entlastung vorsingen. Die Landesregierung verteilt populistisch Kuchen und Torten, während der Grundbedarf für Personal, Öffnungszeiten und Qualität nicht einmal mit Brotkrumen abgedeckt werden kann.“

Ausführliche Stellungnahmen zur KiföG-Änderungen können auf unserer Sonderseite nachgelesen werden.

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Müritz-Zeitung zu unserer Stellungnahme

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Die Müritz-Zeitung des Nordkurier berichtet heute zu unserer Stellungnahme zum Gesetzentwurf des Sozialministeriums. Unsere Stellungnahme ausführlich sowie weitere Informationen auf unserer Seite zur Änderungen des KiföG M-V.

Für den Anfang ganz gut, … Geschwisterkinder sollen nicht mehr zahlen müssen

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Erneut beabsichtigt die Landesregierung das KiföG zu ändern. Nach Aussage aus der Landesregierung sollen zum 01.01.2019 nur noch die ersten Kinder einer Familie in der Kindertagesförderung einen Beitrag bezahlen. Alle weiteren Geschwister sollen von diesen Kosten freigestellt werden, selbst dann, … Weiterlesen

Fassungslos über angeblich „faule Eier“

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Das Rehazentrum Neustrelitz hat für seinen Kindergarten die Eltern- beiträge erhöht. Die lange angekündigte Maßnahme ist offensichlich an einigen wenigen Vatis und Muttis vorbeigegangen. Neustrelitz.Thomas Kollberg hat es das Osterfest verhagelt. Am Gründonnerstag rief er bei der Strelitzer Zeitung an … Weiterlesen

Elternstammtisch – 19.09.2012, 19:00 Uhr Burg Penzlin

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Liebe interessierte Eltern, hiermit möchten wir zu unserem nächsten Elternstammtisch einladen, und hoffen auf breite Beteiligung. Wir treffen uns am Mittwoch, den 19. September 2012 ab 19 Uhr im Burgrestaurant in Penzlin, Alte Burg 1 Der Elternstammtisch ist hervorgegangen aus … Weiterlesen

Babys kommen für die Krippe auf Wartelisten

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Die Kindertagesstätten in der Region können zu 75,3 Prozent Krippenplätze vorhalten. Schwangere melden ihr Kind noch vor der Geburt für einen Krippenplatz an. Denn hier gibt es lange Wartelisten. Ab 2013 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Krippenplatz. Demmin „Für … Weiterlesen

Eltern werden bei den Krippenkosten um bis zu 100 Euro entlastet

Pressemeldung des Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V

Eltern von Krippenkindern bis zu drei Jahren müssen ab August in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 100 Euro weniger für den Krippenplatz bezahlen. Eines der wichtigsten familienpolitischen Vorhaben hat die Landesregierung damit zwei Wochen nach Verabschiedung des Landeshaushaltes umgesetzt.

„Das ist eine wichtige Entlastung gerade für Eltern mit einem kleinen oder einem mittleren Einkommen“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering bei der Vorstellung der Pläne auf der Landespressekonferenz.

Für die Absenkung der Elternbeiträge gibt das Land in diesem Jahr 4,56 Mio. Euro aus. Im kommenden Jahr werden es fast 11 Mio. Euro sein. „Die Landesausgaben für die Kinderförderung sind von 2004 bis 2012 von jährlich 79 Mio. auf 139 Mio. Euro gestiegen. Mecklenburg-Vorpommern hat mit der Umsetzung der Elternentlastung einen weiteren Schritt getan, das kinderfreundlichste Land in Deutschland zu werden“, sagte die Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Manuela Schwesig.

Neben der Entlastung von bis zu 100 Euro für den Krippenplatz, profitieren auch Eltern, deren Kind bei einer Tagespflegeperson betreut wird. Solche Plätze werden künftig mit bis zu 40 Euro pro Monat vom Land gefördert. Die Eltern müssen in beiden Fällen keine Anträge stellen. Die Entlastung erfolgt automatisch über die Jugendämter. Damit ist ein unbürokratisches Verfahren gesichert. Die Entlastung gilt ab dem 1. August und wird gegebenenfalls rückverrechnet.

Bereits fest vereinbart seien die nächsten Schritte zur Verbesserung der Kitas. „Die Landesregierung setzt sich konsequent für das Wohl unserer Kinder ein. Im kommenden Jahr wird der Betreuungsschlüssel in den Kitas auf 1:16 verbessert. Im Jahr 2015 dann noch einmal auf 1:15“, kündigte Schwesig an.

In Mecklenburg-Vorpommern besuchen rund 52 % der bis drei Jahre alten Kinder eine Krippe. Kitaplätze haben 95 % der Drei- bis Sechsjährigen. „Die Landesregierung hat in den letzten Jahren kräftig in die Kitas investiert. Unser Angebot gehört zu den besten in ganz Deutschland“, sagte der Ministerpräsident.

 

Quelle: Sozialministerium M-V